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90% aller Darmkrebse können wir durch eine Vorsorgedarmspiegelung mit sofortiger Entfernung vorhandener Darmpolypen (Bild) verhindern. Hierdurch könnten 450 Todesfälle an Darmkrebs jährlich vermieden werden. Leider gehen jährlich nicht mehr als 3% der Berechtigen zur Vorsorge. Bildlich gesprochen "stürzt also weiterhin jedes Jahr ein Jumbojet in die Alster"!

Mit dem Fragebogen ermitteln Sie ihr individuelles Risiko für Darmkrebs anhand von Erkrankungen bei Ihren Blutverwandten (Familienanamnese) und von ausgewählten individuellen Risikofaktoren. Der folgende Fragebogen wurde von uns im Auftrag der Stiftung Lebensblicke e.V. entwickelt, siehe auch: www.HH-gegen-Darmkrebs.de

Auch dann, wenn bereits eine Darmkrebserkrankung vorliegen sollte, gibt es neue Hoffnung durch optimierte Diagnostik & Therapie-Verfahren

Eine Veröffentlichung wissenschaftlich ausgewerteter Ergebnisse unseres Teams im Hamburger Ärzteblatt (2009) zum Thema Darmkrebs finden Sie unter der Page "Hamburg-gegen-Darmkrebs" der Hamburger Gesundheitsbehörde, oder direkt über diesen Link: http://www.hamburg.de/gesundheitsfoerderung/1468350/rektumkarzinom.html   


Von Ausnahmen abgesehen, steigt allgemein das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erst ab dem vierzigsten Lebensjahr sprunghaft an.

Eine 50 jährige Person hat dann bereits ein Risiko von 2,5%, zukünftig an einem Dickdarmkrebs zu sterben. Menschen mit überdurchschnittlichem Risiko (z.B. familiär vererbter oder familiär gehäufter Darmkrebs oder langjährigen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen) müssen aber mit beträchtlich höheren Risiken rechnen. So ist z.B. bei der intestinalen Polyposis einer Erbkrankheit mit 100% Krebsrisiko bei massenhaften Polypen im Verdauungstrakt, eine vorsorgliche Entfernung des Dickdarms bereits im jungen Erwachsenenalter erforderlich.

Seit Oktober 2002 wird nun von den gesetzlichen Krankenversicherungen ab dem 50. Lebensjahr der jährliche Stuhlbriefchentest auf Blut (FOBT) sowie ab 55 Jahren die totale Dickdarmspieglung (Koloskopie) zur Darmkrebs-Vorsorge angeboten. Die Risikoeinschätzung hilft Ihnen bei der Entscheidung über den rechtzeitigen Beginn von Darmkrebsvorsorge-massnahmen, die ggf. bei Risikokonstellationen auch schon im jüngeren Lebensalter sinnvoll ist.

Ein Selbsttest kann allerdings niemals das individuelle ärztliche Gespräch, und die Entscheidung über den geeigneten Zeitpunkt und die im Einzelfall optimale Früherkennungsmethode ersetzten. Dies gilt ganz besonders, falls bereits Symptome von Seiten des Darmes vorliegen.


LEBENSGEWOHNHEITEN                                                  Punkte:

Ich bevorzuge fettreiche Kost/Frittiertes                               2

Ich esse eher ballaststoffarm                                              2

Ich trinke regelmässig Alkohol                                              2

Regelmässige Aspirineinnahme (ASS)                                  -0,5

Hohe Vitaminzufuhr (Vit. A,C,E)                                         -0,5

Hohe Calziumzufuhr (Milchprodukte)                                   -0,5

Regelmässige Selen*) oder Fischöleinnahme)*                     -0,5

*) Wirkung noch nicht zweifelfrei belegt


EIGENE KRANKENGESCHICHTE

Bekannte Neigung zu Darmpolypen                                       5

Frühere andere Krebserkrankung                                          5

Frühere Erkrankung an Darmkrebs                                         5
 
Behandlung mit Immunsuppressiva                                        5

Mehr als 10 Jahre bestehender „Morbus Crohn“                       5

Mehr als 10 Jahre bekannte „Colitis ulcerosa“                        10


AKTUELLE EIGENE BEFUNDE

1 x positiver FOBT*                                                          10

2 oder 3 x positiver FOBT*)                                               15

*=Testbriefchen zum Nachweis von Blutverlust im Darm

Blutbeimischungen im Stuhl                                                15

Ein oder mehrere unbehandelte Darmpolypen                         10

Unbehandelter Polyp von über 2cm Grösse                            15

Unbehand. Polyp mit hochgradiger Dysplasie +)                      15

+= aktuelle Bez: „Hochgradige intraepitheliale Neoplasie“


FAMILIENANAMNESE

(nur nahe Blutsverwandte, Risiko steigt mit Anzahl)          

1 Person mit vielen Polypen                                               1

Mehrere Verwandte mit vielen Polypen                                 5

1 Person mit Darmkrebs älter als 55 Jahre                             1

1 Person mit Darmkrebs jünger als 55 Jahre                           5

2 (oder mehrere) Verwandte mit Darmkrebs                           5(10)

2 (oder mehrere) Pers. mit anderen Krebsen                          5(10)

„Familiäre HNPCC“ (Gentest verfügbar)                               15
 
„Familiäre Polyposis“ Gentest verfügbar)                             15
 

AUSWERTUNG

Addieren Sie bitte die für Sie zutreffenden Punkte.


-2 bis +2 Punkte: Darmkrebsrisiko durchschnittlich.

Rektal digitale Untersuchung und FOBT-Test jährlich ab 50J., Screening-Koloskopie ab 55 J (Wiederholung alle 10 J).


3-4 Punkte: leicht erhöhtes Darmkrebsrisiko.

In Absprache mit dem Arzt Vorsorge ggf. schon in jüngerem Lebensalter.

 
5-10 Punkte: deutlich erhöhtes Risiko.

Totale Koloskopie mit Entfernung von Krebsvorstufen (=Polypektomie) bereits vor dem 55. Lebensjahr indiziert.

 
11 und mehr Punkte: hohes Darmkrebsrisiko.

Unverzügliche Vorstellung zur totalen Koloskopie mit Möglichkeit zur Polypektomie!

Weitere Informationen: siehe www.HH-gegen-Darmkrebs.de, unserer Homepage für die Metropolregion Hamburg im Namen der gemeinnützigen Stiftung Lebensblicke e.V.

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